Am Samstag den 31. Oktober wurde von Sony in Kooperation mit Foto Leistenschneider ein Wildlife-Workshop mit Michael Falk als Leiter durchgeführt. Meine Beweggründe für die Teilnahme waren, neue Inspirationen und Sichtweisen zu bekommen und Sony-Kameras und -Objektive auszuprobieren. Empfangen wurden wir sehr herzlich von einer Sony Mitarbeiterin, einem Sony-Mitarbeiter und Michael in dem sehr schönen Sony-Office am Potsdamer Platz in Berlin. Nach einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer zeigte uns Michael sehr anschaulich seine Herangehensweise in der Wildtierfotografie. Er brachte sein komplettes Equipment samt Tarnung und aller Utensilien mit und erklärte seine Vorgehensweise sehr ausführlich und praxisnah. Anschließend konnten wir verschiedene Sony Kameras und Objektive ausleihen. Ich entschied mich für die Sony Alpha 7R VI und das neue Sony FEL SE 600mm F6.3. GM OSS. Ein Grund für mein Interesse an Sony war unter anderem Precapture in RAW und der Vorteil des Gewichts dieser Kombination, die nochmal 1 kg leichter als mein Setup bestehend aus Nikon Z9 und dem Nikkor Z 600mm F 6.3 VR S. Sony ist es wirklich gelungen ein sehr leichtes Equipment zu konstruieren. Wie sieht es aber mit der Bildqualität und dem Handling aus?
Deshalb ging es anschließend in den angrenzenden Tiergarten, um das Equipment zu testen. Als ersten Vogel konnte ich eine Amsel beobachten und ablichten. Der AF der Sony erkannte sehr schnell den Vogel und überzeugte mich.



Am Nachmittag im Tiergarten sind leider nicht so viele Tiere zu finden. Ich konnte noch einen Kleiber entdecken (jemand hatte am Boden Körner ausgelegt) und eine Stockente ablichten.



Die Workshop-Gruppe hatte ich leider inzwischen verloren, so ging ich alleine weiter und versuchte mein Glück entlang des Wassers im Tiergarten. Kurze Zeit später sah ich einen Graureiher, der einen Fisch gefangen hatte. Ich setzte mich sehr vorsichtig hin und beobachtete den Reiher. Den Fisch hatte der Reiher auf seinem Schnabel aufgespießt und wusch ihn immer mal wieder im Wasser ab bevor er ihn dann verspeiste.




Damit konnte ich die Sony Alpha 7VI mit dem 600 mm 6.3 in aller Ruhe testen und ein paar Vergleichsbilder mit meinem mitgebrachtem Nikon Equipement machen. Positiv aufgefallen sind mir folgende Punkte: die Sony-Kombination ist viel leichter als mein Nikon-Set up. Die Bildqualität des Objektives erwies sich ebenfalls als hervorragend und durch die 67 MB hat man eine größere Reserve zum Croppen. Allerdings sind die RAW-Dateien recht groß. Was mich überraschte, dass selbst bei sehr hohen ISO-Werten im dunklen Tiergarten kein Unterschied zu den Nikon Fotos mit nur 45 MBzu sehen ist. Gefallen hat mir auch der zu allen Seiten klappbare Bildschirm, die drei Drehräder (eins mehr als Nikon), die höhere Serienbildgeschwindigkeit von 30 Bildern/sec und natürlich das Precapture in RAW, welches ich an meiner Nikon gerade bei Actionaufnahmen sehr vermisse. Einge Punkte finde ich an meiner Nikon besser: der wesentlich bessere Stabilisator, welches zu einem viel ruhigerem Sucherbild beiträgt und bei Freihand-Videoaufnahmen von Vorteil ist. Auch den Sucher meiner Nikon empfinde ich als angenehmer und natürlicher, obwohl er eine schlechtere Auflösung hat. Was bei Nikon auch besser gelöst ist, ist die Umschaltung von Foto auf Video. Ich hatte nur relativ langsame SD-Karten für die Sony dabei und ich konnte nicht auf Video umschalten bis alle Fotos auf die Speicherkarte geschrieben waren. Bei Nikon geht dies immer und ich kann sofort loslegen zu filmen.
Insgesamt hat mir die Sony-Kombination sehr gut gefallen. Ein Systemwechsel wäre für mich natürlich teuer und nur schrittweise möglich. Ich kann nur hoffen, dass Nikon in naher Zukunft neue Kameras vorstellt, die meinen Wünschen gerade beim Thema Actionfotografie erfüllen kann.
Herzlichen Dank an Michael Falk, Foto Leistenschneider und das Sony Team für die hervorragende Betreuung.
